Auf die Schnauze gelegt…oder einfach Selbstliebe!

Januar 22, 2021 by
Auf die Schnauze gelegt…oder einfach Selbstliebe!

Das Thema welches sich in meiner Arbeit in den letzten Jahren immer mehr heraus kristallisiert hat, ist das Thema SELBSTLIEBE! Wir sind sooo kritisch mit uns! Ich habe immer aus Spaß gesagt, zu mir kommen die Leute mit dem gleichen Gefühl wie wenn sie zum Zahnarzt müssen (OK, sie gehen wenigstens mit einem anderen Gefühl 😉 ). Auch wenn der Vergleich vielleicht ein bisschen hinkt, so sagt das Gefühl mit dem man zum Fotografen geht doch einiges über das eigene Verhältnis zum ICH aus…

Es tut mir in der Seele weh, wie harsch und lieblos manche Menschen mit sich umgehen. Die Worte die man über sich selbst verliert, würde man keinem anderen an den Kopf schmeissen, das was wir von uns verlangen, von keinem anderen erwarten.

SELBSTLIEBE ALSO …ist das Thema, welches sich mir förmlich aufgedrängt hat in den vergangenen 10 Jahren hinter der Kamera.

Im Mai dieses Jahr wurde ich dann mit meiner eigenen Selbstliebe konfrontiert – und das auf sehr unsanfte Weise: Kieferbruch! Nach einer Phase in der ich mehrere Jobs gleichzeitig jongliert habe, Familie und Freunde sträflich vernachlässigt habe, meinen Körper zur Maschine, die funktionieren muss degradiert habe und tausende von Pendelkilometern abgerissen habe, hat mich ein Unfall einfach mal ruhig gestellt. Und das so richtig! Mit zugeschnürtem und fixiertem Kiefer, Kreislaufkollaps und Müdigkeit ging einfach nix mehr.

In der Zeit der Rekonvaleszenz – die noch nicht abgeschlossen ist – kam ich zum Nachdenken, und musste feststellen, dass das, was ich mir da zugemutet habe, alles andere als selbstliebend war! Und wie wenig Zeit ich mir für meine Bedürfnisse eingeräumt habe, wenn ich sie überhaupt gespürt habe. Im Nachhinein sage ich, „ich hätte auch einfach 4 Wochen in Urlaub fahren können, statt mich ins Krankenhaus zu legen!“. Aber ich weiß dass ich das natürlich nie gemacht hätte. Heute hingegen vielleicht schon… Ich bin dem Unfall und allen seinen großen und kleinen Folgen sehr sehr dankbar. Es war ein heftiges aber nicht zerstörerisches HALLO WACH! Anders hätte ich es nicht verstanden…und ich habe es verstanden:

Ich habe feste Zeiten und Rituale für mich eingeführt, ich mache jetzt eines nach dem anderen und nicht mehr 10 Dinge auf einmal. Ich mache Pausen und ich mache nur das was geht. Ich mache den Rechner abends aus und habe freie Feierabende! Ich geniesse den Moment und nehme mich ganz anders wahr als früher. Warum machen wir das alles – diese Hatz, diesen Stress? Warum fühlen wir uns nicht – oder wenn dann nie gut genug?

Viele Fragen habe ich noch nicht beantwortet, aber die Frage, wie es im Moment weiter geht schon: Mit einer kreativen Pause! Ich habe das Bedürfnis tiefer zu gehen und zu schauen, was da noch gesehen werden will, bevor ich Gefahr laufe in alte Fahrwasser zu geraten. Daher bleibt alexa kirsch fotographie bis auf Weiteres erst mal geschlossen. Ich lade Sie aber herzlich ein ab und an vorbei zu schauen, wenn Sie der weitere Prozess interessiert. Danke …für Sie!

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